Wo du den bester panettone schweiz findest: degustation zwischen alpen und italienischer handwerkskunst

Ein Hauch Italien in der Schweiz: Auf der Suche nach dem besten Panettone

Während der ersten frostigen Tage des Winters wandern meine Gedanken oft in Richtung Süden – nicht wegen des Wetters, sondern wegen des Geschmacks. Über die Jahre hinweg hat sich der Panettone langsam aber sicher einen festen Platz auf Schweizer Festtafeln erobert. Doch wo findet man eigentlich den besten Panettone der Schweiz? Zwischen alpenländischer Kulisse und italienischer Handwerkskunst verbirgt sich eine überraschende Vielfalt. Ich habe mich auf eine geschmackliche Wanderung begeben – vom Tessin über Zürich bis Graubünden – und einige Perlen entdeckt, die beweisen, dass ein echter Panettone auch nördlich von Mailand gebacken werden kann.

Was macht einen guten Panettone aus?

Bevor wir uns ins Detail stürzen: Ein Panettone ist mehr als ein süsses Brot. Die Textur muss luftig sein, fast wie eine Mischung aus Brioche und Baiser. Die Krume sollte faserig auseinanderziehen, nicht bröseln. Und natürlich ist der Geschmack entscheidend – mit fein ausbalancierten Aromen, nicht zu süss, mit hochwertigen Zutaten wie kandierten Früchten, echter Vanille oder edler Schokolade. Kein Industrieprodukt aus der Migros kann da mithalten – das echte Handwerk beginnt bei der Fermentation und endet beim geduldigen Backen.

Degustation hoch über dem Lago Maggiore: Panettone vom Panificio Marnin, Locarno

Wer im Tessin unterwegs ist, sollte sich einen Abstecher nach Locarno gönnen. Unweit des Sees liegt der Panificio Marnin – eine kleine Bäckerei, die Tradition und Innovation meisterhaft verbindet. Der langjährige Inhaber, Alberto Marnin, bezieht seine Zutaten direkt aus Italien, fermentiert seinen Teig über 48 Stunden und verwendet ausschließlich lievito madre – den traditionellen Natursauerteig.

Sein Panettone „classico“ ist eine Wucht: Kräftiger Duft von Orangen und Butter, zarte Vanillenoten, perfekt verteilte kandierte Früchte. Beim ersten Bissen merkt man sofort: Hier steckt Handwerk drin – und Leidenschaft. Ich habe ihn während einer Wanderung auf dem Cardada-Cimetta-Plateau verkostet. Mit Blick auf den verschneiten Lago Maggiore schmeckt’s vielleicht doppelt so gut, aber auch blind könnte man ihn als Spitzenprodukt erkennen.

Zürichs süsseste Überraschung: La Pasticceria di Elena

Man muss nicht nach Italien reisen, um authentischen Panettone zu kosten – Zürich bietet seine ganz eigene Version. In der unscheinbaren Backstube von La Pasticceria di Elena in Wiedikon entstehen Panettoni, die locker mit den besten Norditaliens mithalten. Die Inhaberin Elena ist eine gebürtige Mailänderin, die seit über zehn Jahren in der Schweiz wohnt und sich darauf spezialisiert hat, traditionelle italienische Pâtisserie auf hiesigen Geschmack abzustimmen.

Besonders spannend fand ich hier die Sortenvielfalt:

  • Panettone mit Pistazien und weisser Schokolade
  • Vollkorn-Panettone mit Feigen und Walnüssen
  • Klassik-Version mit Sultanas und kandierten Zitrusfrüchten

Elena legt Wert auf regionale Eier, Butter aus Emmen und Bio-Mehl. Geschmacklich kommt das Endprodukt dennoch einer italienischen Konditorei gefährlich nahe. Ideal für jene, die den traditionellen Geschmack mit einer lokalen Note geniessen wollen.

Alpine Fusion: Gustosfera Panettone aus Graubünden

In einem kleinen Dorf bei Chur entdeckte ich einen Panettone, der alpine Klarheit und mediterrane Wärme auf ungewöhnliche Weise verbindet. Die Manufaktur Gustosfera liegt geheimnisvoll eingebettet zwischen verschneiten Gipfeln und Alpweiden – fernab der urbanen Gourmetwelt. Hier entstehen Panettoni mit Zutaten aus der Region: Arvenholz-Vanille, Alpenhonig, gedörrte Aprikosen aus dem Rhonetal.

Der Geschmack? Komplex, nussig, leicht säuerlich durch den Sauerteig, mit einer faserigen Struktur, die selbst in Mailand Neid verursachen würde. Perfekt nach einer Winterwanderung entlang der Rheinschlucht oder nach dem Thermalbad in Vals. Ein echtes Erlebnis für Gaumen und Seele.

Panettone-Insider-Tipps: So findest du deine perfekte Version

Bei der grossen Auswahl ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Deshalb hier einige Tipps aus meiner Entdeckungsreise:

  • Lass dich beraten: Gute Panettone-Bäcker kennen ihre Produkte in- und auswendig. Frag nach der Dauer der Fermentation, nach Herkunft der Zutaten – und hör auf dein Bauchgefühl (im wahrsten Sinne des Wortes).
  • Verkostung vor dem Kauf: Viele kleinere Bäckereien bieten Probierstücke an. Nütze diese Chance, um Unterschiede wahrzunehmen!
  • Finger weg vom Supermarkt-Panettone: Auch wenn er günstiger ist – industriell gefertigte Exemplare haben oft nichts mit dem Original zu tun.
  • Lagerung ist entscheidend: Bewahre deinen Panettone an einem kühlen, trockenen Ort auf – aber nie im Kühlschrank. Einmal angeschnitten, mit Klarsichtfolie umwickeln und binnen 5 Tagen geniessen.

Zwischen Alpen und Milano: Warum Schweizer Panettone überzeugt

Auf meiner Reise wurde schnell klar: Der beste Panettone der Schweiz ist kein produktbezogener Wettbewerb, sondern Ausdruck einer kleinen kulinarischen Revolution. Italienische Bäckerinnen in Zürich, Schweizer Traditionsbetriebe im Tessin, kreative Alpine-Mischungen in Graubünden – sie alle zeigen, wie stark das Handwerk lebt, wenn man ihm Raum und Zeit gibt.

Natürlich bleibt der Ursprung des Panettone italienisch. Aber in der Schweiz hat er einen erfrischenden Kontext gefunden – zwischen regionaler Identität und italienischer Emotion. Ein Symbol, das nicht nur zu Weihnachten schmeckt, sondern auch zu einer Wanderpause mit Bergsicht oder einem abendlichen Espresso im Dezember.

Empfohlene Bäckereien für Panettone-Genuss in der Schweiz

  • Panificio Marnin, Locarno – Klassischer Panettone par excellence
  • La Pasticceria di Elena, Zürich – Kreative Sortenvielfalt mit italienischer Seele
  • Gustosfera, Nähe Chur – Innovative Panettoni mit alpinen Zutaten

Ob du nun ein Purist bist, der nur Vanille, Butter und Sultaninen gelten lässt, oder mit Begeisterung neue Geschmackskombinationen ausprobierst: Es lohnt sich, dem Panettone in seiner besten Ausprägung auf die Spur zu gehen. Vielleicht entdeckst du deinen perfekten Laib Panettone ja bei einem Spaziergang durch verschneite Schweizer Dörfer – oder bei der nächsten Städtereise durch Zürichs Quartierstrassen.

In jedem Fall gilt: Der Weg zum besten Panettone führt nicht über den Preis, sondern über Handwerkskunst, Geduld und Neugier. Buon appetito!